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Compliance und Geldwäscheprävention für Banken und Finanzinstitute

Compliance und Geldwäscheprävention als Teil der operativen Risiken mit ihren der Schadensprävention dienenden Maßnahmen stehen scheinbar der Produktentwicklung, dem Vertrieb und den Effizienzen im BackOffice entgegen. Allerdings sind Compliance und Geldwäschebekämpfung alles andere als ein notwendiges Übel. Für Banken und Finanzinstitute nehmen sie immer mehr an Bedeutung zu, da nicht zuletzt durch die Digitalisierung das Risiko für Geldwäsche und Betrug steigt.

Neben der Digitalisierung und Virtualisierung des Kundenkontakts sind gesetzliche Vorgaben zur Optimierung der Geldwäscheprävention und Terrorismusbekämpfung Gründe dafür, dass die Anforderungen im Segment der Geldwäsche und Compliance stetig zunehmen. Banken und Finanzinstitute müssen in jeder Kundenkonstellation und für jeden Vertriebskanal jederzeit und lückenlos die Legitimation des Geschäftspartners und den jeweilig wirtschaftlich Berechtigten nachweisen, die Transaktionen und Konten überwachen und verdächtige Tatbestände melden.

Darüber hinaus ist das Verhindern betrügerischerer Handlungen, der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu operationalisieren, ebenso wie deren Kontrollmaßnahmen. Es gilt, eine lückenlose, revisionssichere Dokumentation und ein zielgerichtetes Reporting an relevante Entscheidungsträger innerhalb des Institutes sicherzustellen.

Schließlich geben die MaRisk die Aufgaben der Compliance-Funktion vor: Dazu zählt die eindeutige Identifizierung der wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben, deren Nichteinhaltung zu einer Gefährdung des Vermögens des Instituts führen kann. Diese Identifizierung ist regelmäßig zu aktualisieren und muss neu auftretenden Risikofaktoren Rechnung tragen. Da diese Aufgaben alle Bereiche, Systeme und Prozesse des Instituts und der Institutsgruppe umfassen, liegen hierin besondere Herausforderungen.

Banken und Finanzinstitute sind angehalten, ihre Compliance Aktivitäten kontinuierlich anzupassen. Je früher sie die Entwicklungen im Compliance wahrnehmen und umsetzen, desto besser können sie sich positionieren.

Übersicht wichtiger Regularien für Compliance und Geldwäsche

EBA Leitlinien zur internen Governance (EBA/GL/2017/11)

Die Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA), die seit dem 30.06.2018 gelten, legt die internen Regelungen, Prozesse und Mechanismen für die interne Governance fest, die europäische Banken, Finanzinstitute und Wertpapierdienstleistungsunternehmen einführen müssen. Allerdings hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) diese Leitlinien nicht vollständig in ihre Verwaltungspraxis übernommen.

Kreditwesengesetz (KWG)

Für Banken und Finanzinstitute wird im KWG das Management von Compliance Risiken als Teil des Risikomanagement festgehalten. So umfasst das Risikomanagement gemäß §25a Abs. 1 Satz 3 KWG unter anderem die Einrichtung interner Kontrollverfahren mit einem internen Kontrollsystem (IKS) und einer Inter-nen Revision. Des Weiteren müssen Institute nach §25c KWG eine zentrale Stelle zur Koordination der Prävention von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und „sonstiger strafbaren Handlungen“ einrichten.

Compliance-Funktion nach Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)

Die MaRisk fordern, dass Banken und Finanzinstitute eine Compliance-Funktion gemäß AT 4.4.2 einrichten müssen, um Risiken, die sich aus der Nichteinhaltung von Regularien ergeben, entgegenzuwirken. Hierzu zählen u.a. die Identifizierung aller wesentlichen Regularien, die Einführung wirksamer Verfahren und Kontrollen zur Einhaltung der Regularien sowie die Etablierung einer angemessenen Compliance-Kultur.

Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion (MaComp)

Die MaComp regeln die wesentlichen Aufgaben der Compliance-Funktion gemäß §33 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Sie präzisieren die Vorschriften zu Verhaltens-, Organisations- und Transparenzpflichten und geben einen Rahmen für die Ausgestaltung der Geschäftsorganisation von Wertpapierdienstleistungsunternehmen vor.

5. EU-Geldwäscherichtlinie

Die 5. EU-Geldwäscherichtlinie trat am 09.07.2018 in Kraft und musste bis zum 01.01.2020 in nationales Recht umgesetzt werden. Aufbauend auf den Inhalten der 4. EU-Geldwäscherichtlinie wurde der Kreis der Verpflichteten erweitert, mehr Transparenz in Bezug auf wirtschaftlich Berechtigte gefordert sowie die Sorgfaltspflichten für Geschäftsbeziehungen zu Hochrisikodrittländer und beim Einsatz virtueller Währung verschärft.

Geldwäschegesetz (GWG)

Wegen der 5. EU-Geldwäscherichtlinie wurde das GWG novelliert, welches am 01.01.2020 in Kraft trat. Es verfolgt das Ziel, Einkünfte aus illegalen Geschäften und Straftaten aufzudecken und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Demnach legt das GWG bestimmten Berufsgruppen, u.a. Kreditinstitute, Finanzdienstleister, spezielle Sorgfalts- und Meldepflichten auf. In Abschnitt 4 wird das Transparenzregister beschrieben, welches Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten macht.

Beratung im Compliance

Mit unseren langjährigen Erfahrungen im Finanzwesen unterstützen wir Ihr Institut, die stetig wachsenden Anforderungen im Bereich der Compliance und Geldwäschebekämpfung effizient zu analysieren und nötige Anpassungsmaßnahmen zu erarbeiten und bei Bedarf vorzunehmen. Wir bieten Ihnen eine individuelle Beratung und passgenaue Compliance Lösungen, die auf Ihre Unternehmenssituation ausgerichtet werden.

Unser Team unterstützt Sie bei der Risikoanalyse, der Identifizierung von Geschäftspartnern, der Implementierung und Optimierung interner Sicherungsmaßnahmen und der Einhaltung der Sorgfaltspflichten.

In der Bankenpraxis haben sich eine ganze Reihe von Maßnahmen zum Aufbau und zur Pflege eines Compliance Management Systems etabliert: Angefangen von der Erstellung eines Compliance-Handbuches inkl. Richtlinien und Regelwerke zur Korruptionsbekämpfung, zum Umgang mit Kunden oder Fairness und Rücksichtnahme, über die Einführung von Überwachungsprozessen als internes Meldeverfahren für Verstöße gegen Vorschriften und die Einrichtung eines internen Aufsichts- und Kontrollgremiums bis hin zum Anti-Geldwäsche Programm.

Unsere Leistungen im Überblick

  • Etablierung und Optimierung eines Compliance Management Systems (CMS)
  • Risk Mapping Compliance: strategischer Rahmen, systematische Erkennung und Bewertung wesentlicher Compliance Risiken und entsprechender Gegenmaßnahmen
  • Analyse des Anpassungsbedarfs und Umsetzung regulatorischer Anforderungen (MaComp, MaRisk, GWG)
  • Überprüfung vorhandener Compliance Prozesse
  • Einrichtung und Optimierung eines internen Kontrollsystems (IKS)
  • Entwicklung von Unternehmensleitlinien (Verhaltenskodex)
  • Erstellung von Compliance Handbüchern
  • Erarbeitung von Richtlinien, u.a. Geldwäscherichtlinie, Antikorruptionsrichtlinie, Datenschutzrichtlinie
  • Interimsmanagement: Fachliche Unterstützung der Linie bei Compliance sowie Geldwäsche- und Betrugsprävention
  • Durchführung von Schulungen für Management und Beschäftigte
  • Übernahme von Compliance Tätigkeiten im Rahmen des Outsourcings

Wenn Compliance im Unternehmen richtig verstanden und umgesetzt wird, erhöht sie die Effizienz Ihrer internen Unternehmensprozesse und liefert demnach einen Mehrwert für Ihren Geschäftserfolg. Nutzen Sie unsere Expertise für Compliance und Geldwäscheprävention.