FinTechs - Compliance

Compliance und Geldwäscheprävention für FinTechs

Einhergehend mit der Erlaubnispflicht, unterliegt Ihr Unternehmen seit der Registrierung oder Erlaubniserteilung den aufsichtsrechtlichen Regelungen. Unter anderem, die der Geldwäscheprävention und Compliance-Anforderungen. Diese sollten als strategische Funktion gesehen werden und sind enorm wichtig für das Unternehmen. Ethisches Handeln und Rechtmäßigkeit schaffen Glaubwürdigkeit und diese Glaubwürdigkeit schafft wiederum Vertrauen. Das vielleicht wichtigste Asset eines Unternehmens und seiner Marke. Das Compliance-Management schafft dem Unternehmen ein langfristiges und kontinuierliches Wachstum.

Als Geldwäsche versteht man ein verschleiertes Einschleusen illegal erworbener Vermögenswerte in den legalen Wirtschaftskreislauf. Die gesetzliche Bekämpfung in Deutschland erfolgt im Wesentlichen über das Geldwäschegesetz (GwG), vom 23.6.2017 (BGBl. I S. 1822), und nach der Strafvorschrift des § 261 StGB, wonach u.a. Banken, Finanzdienstleistungsinstitute, FinTechs, Versicherungen, Investmentgesellschaften, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Immobilienmakler und Spielbanken zur aktiven Mithilfe bei der Bekämpfung der Geldwäsche verpflichtet werden. Im Zusammenhang mit Geldwäscheprävention kann auch die Bekämpfung von Terrorismusfinanzierung gebracht werden, bei dem die illegal gewaschenen Gelder für eben solches genutzt werden. Solche kriminellen Aktivtäten gefährden nicht nur die Reputation und die Solidität eines Unternehmens, sondern bedrohen auch die Integrität und Stabilität des gesamten Finanzmarktes.

Übersicht wichtiger Regularien im Compliance

Unternehmen müssen im Rahmen ihrer Geschäftsbeziehungen nicht nur die nationalen Compliance-Gesetze beachten. Im internationalen Geschäftsverkehr sind auch die Vorschriften der anderen beteiligten Länder bindend. Von den zahlreichen internationalen Vorgaben haben wir die wichtigsten für Sie zusammengefasst.

UK Bribery Act

Das britische Anti-Korruptionsgesetz stellt die aktive und passive Bestechung sowie Bestechung ausländischer Amtsträger unter Strafe. Auch deutsche Unternehmen fallen in den Anwendungsbereich dieser gesetzlichen Compliance-Vorschrift, wenn sie direkte oder indirekte Geschäftskontakte in Großbritannien haben. Allein der Sitz einer Tochtergesellschaft in Großbritannien macht den UK Bribery Act für die jeweilige Geschäftsbeziehung relevant.

Foreign Corrupt Practices Act (FCPA)

Das US-amerikanische Anti-Korruptionsgesetz beurteilt den Einsatz und die Effizienz von Compliance-Richtlinien in Unternehmen. Der FCPA betrifft wie auch der UK Bribery Act sowohl Personen als auch Unternehmen und schließt ausländische Unternehmen mit ein, sodass die beiden US- und UK-Gesetze als Pendants betrachtet werden können.

Financial Action Task Force on Money Laundering (FATF)

Die FATF stellt eine Arbeitsgruppe zur internationalen Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung dar und klassifiziert das Risiko basierend auf institutsspezifischen Kriterien.

Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion (MaComp)

Die MaComp regeln die wesentlichen Aufgaben der Compliance-Funktion gemäß §33 Abs. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG). Sie präzisieren die Vorschriften zu Verhaltens-, Organisations- und Transparenzpflichten und geben einen Rahmen für die Ausgestaltung der Geschäftsorganisation von Wertpapierdienstleistungsunternehmen vor.

5. EU-Geldwäscherichtlinie

Die 5. EU-Geldwäscherichtlinie trat am 09.07.2018 in Kraft und musste bis zum 01.01.2020 in nationales Recht umgesetzt werden. Aufbauend auf den Inhalten der 4. EU-Geldwäscherichtlinie wurde der Kreis der Verpflichteten erweitert, mehr Transparenz in Bezug auf wirtschaftlich Berechtigte gefordert sowie die Sorgfaltspflichten für Geschäftsbeziehungen zu Hochrisikodrittländer und beim Einsatz virtueller Währung verschärft.

Geldwäschegesetz (GWG)

Wegen der 5. EU-Geldwäscherichtlinie wurde das GWG novelliert, welches am 01.01.2020 in Kraft trat. Es verfolgt das Ziel, Einkünfte aus illegalen Geschäften und Straftaten aufzudecken und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Demnach legt das GWG bestimmten Berufsgruppen, u.a. Kreditinstitute, Finanzdienstleister, spezielle Sorgfalts- und Meldepflichten auf. In Abschnitt 4 wird das Transparenzregister beschrieben, welches Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten macht.

EU-Antiterrorismusverordnung und deutsches Außenwirtschaftsgesetz

Laut dieser beiden Reglements sind deutsche Unternehmen verpflichtet, sicherzustellen, dass ihre Geschäftskontakte auf keiner Sanktionsliste zu finden sind.

USA Patriot Act

Dieses US-amerikanische Gesetz enthält weitere Pflichten zur Eindämmung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Wie der UK Bribery Act als auch die amerikanische FCPA finden diese Gesetze Anwendung, sobald Geschäftskontakte oder Tochtergesellschaften in diesen Ländern bestehen.

ISO 19600 „Compliance management systems – Guidelines”

Die ISO 19600 ist eine Internationale Norm und beinhaltet Richtlinien für einen einheitlichen Einsatz von Compliance Management Systemen. Solche Systeme helfen, die Compliance-Risiken zu erkennen und zu vermeiden. Zum Nachweis der Einhaltung der ISO 19600 besteht die Möglichkeit, Compliance Management Systeme zertifizieren zu lassen. Darüber hinaus können die mit dem Thema betrauten Funktionsträger (Compliance Officer) ihre Qualifikation durch eine Zertifizierung bestätigen lassen.

ISO 37001 „Anti-Bribery Management Systems“

Die ISO 37001-Zertifizierung ermöglicht, sich eindeutig und verpflichtend über Ländergrenzen, Organisationsgrößen und -formen hinweg gegen Korruption zu bekennen.

Beratung im Compliance

Damit auch Sie die strengen Anforderungen und Vorschriften der Regulatoren zum Thema Compliance und Geldwäscheprävention erfüllen können, unterstützen wir Sie gern bei der Überprüfung Ihres vorhandenen Compliance-Managements und der Compliance-Richtlinien.

Des Weiteren beraten wir Sie gern zu Ihrem bestehenden Know-Your-Customer-Prozess (KYC) oder helfen Ihnen einen aufzusetzen, damit Sie Ihre Kunden auch gemäß den Anforderungen verifizieren können.

Das Gesetz verlangt von Unternehmen, dass deren Mitarbeiter in Compliance geschult sind und verstehen, wie sich die Themen Geldwäscheprävention und Terrorismusfinanzierung auf das Geschäft auswirken. Deshalb bietet impavidi auch Schulungen für Ihr Unternehmen an.

Auch beim Thema Datenschutz können wir Sie mit unserer juristischen Kompetenz bei der Umsetzung datenschutzrechtlicher Anforderungen und der Überprüfung von Online-Auftritten (AGBs, Widerrufrichtlinien, etc.) unterstützen.

Unsere Leistungen im Überblick

  • Überprüfung und Einführung von Compliance-Richtlinien und Compliance-Management-Prozessen
  • Überprüfung und Einführung von KYC-Verfahren
  • Schulungen zu den Themen Geldwäscheprävention und Terrorismusfinanzierung
  • Umsetzung datenschutzrechtlicher Anforderungen
  • Beratung von Online-Auftritten (AGBs, Widerrufrichtlinien, etc.)