19.12.2019: Weitere Schritte aus dem Risikoreduzierungspaket – besondere Meldepflichten zu Marktrisiken

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Die ersten Bestandteile des Fundamental Review of the Trading Book (FRTB), die durch die geänderte Eigenkapitalverordnung (CRR II) im aufsichtsrechtlichen Rahmen der EU eingeführt wurden (wir berichteten), hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) nun in die Wege geleitet. Am 21.11.2019 eröffnete die EBA eine Konsultation zu den technischen Durchführungsstandards (Implementing Technical Standards - ITS) über besondere aufsichtsrechtliche Meldepflichten für Marktrisiken. Der Konsultationsentwurf ist ein Ergebnis der EBA-Roadmap zum Risikoreduzierungspaket, welches die Strategie der EBA zur Umsetzung der CRR II/ CRD V (Eigenkapitalrichtlinie), BRRD II (Banken Sanierungs- und Abwicklungsrichtlinie) und IFR (Investment Firms Verordnung) umfasst.

Bestandteile des ITS-Entwurfs:

1. Meldebogen für Schwellenwerte

Kreditinstitute unterliegen dem FRTB-Rahmenwerk nur dann, wenn ihr Handelsbuchtätigkeiten sowie ihre bilanziellen und außerbilanziellen Geschäfte, welche dem Marktrisiko unterliegen, gewisse Schwellenwerte im Sinne der Artikel 94 und 325a CRR überschreiten. Um feststellen zu können, ob ein Kreditinstitut die Anforderungen des FRTB-Rahmenwerks erfüllen muss, und um gleichzeitig sicherzustellen, dass alle Institute ihre Geschäfte in Bezug auf die Schwellenwerte überwachen, wurde ein neuer Meldebogen für die Schwellenwerte entwickelt. Dieser soll Aufschluss über die Größe der Handelsbücher der Kreditinstitute und über den Umfang ihrer Geschäfte, welche dem Marktrisiko unterliegen, geben. Demzufolge sind alle Kreditinstitute verpflichtet, den Meldebogen für die Schwellenwerte auszufüllen und einzureichen.


2. Übersichtsvordruck für den alternativen Standardansatz für Marktrisiken

Dieser Vordruck spiegelt die Eigenmittelanforderungen, die nur bei der Anwendung des alternativen Standardansatzes für Marktrisiken (Alternative Standardised Approach for market risk – MKR-ASA) berechnet werden, wider. Zunächst beschränkt sich die Meldung der Ergebnisse aus der Berechnung des MKR-ASA auf diesen Übersichtsvordruck, der die Größe der Positionen mit unterschiedlichen Ansätzen und Risikoklassen sowie einige hochrangige Aufschlüsselungen über die damit verbunden Eigenmittelanforderungen erfasst. Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Übersichtsvordruck für MKR-ASA durch zusätzliche Meldebögen und Informationen, die einen Einblick über die verschiedenen Prozessschritte zur Berechnung der Eigenmittelanforderungen im Rahmen des MKR-ASA geben, ergänzt.

Die Meldepflichten über die alternativen internen Modelle für Marktrisiken gem. Artikel 430b Abs. 3 und 4 CRR sind nicht Gegenstand der Konsultation.

Die beiden Meldebögen sollen quartalsweise auf Einzel- und auf Gruppenebene ausgefüllt und eingereicht werden.

Die Meldepflichten über das neue Marktrisikorahmenwerk werden im Laufe der Zeit schrittweise erweitert, wenn Klarheit über die gesamte Umsetzung des FRTB-Rahmenwerkes in der EU besteht.

Die Konsultation wird am 07.01.2020 enden. Die angesetzten anderthalb Monate Konsultationszeit sind sehr knapp bemessen. Allerdings empfindet die EBA diese kurze Zeitspanne als ausreichend, weil der Umfang des Konsultationsentwurfs gering ist und zurzeit mehrere Konsultationen zu aufsichtsrechtlichen Meldepflichten parallel laufen. Außerdem muss die EBA die Deadlines einhalten, um die finalen ITS der EU-Kommission rechtzeitig vorlegen zu können und um sicherzustellen, dass die Meldung innerhalb eines Jahres nach Erlass der delegierten Rechtsakte gemäß Artikel 461a CRR beginnt. Es ist geplant, den finalen Entwurf der ITS zum zweiten Quartal 2020 bei der EU-Kommission einzureichen. Der erste Meldestichtag gemäß dieser ITS soll der 31.03.2021 sein. Darüber hinaus plant die EBA, das Datenpunktmodell (DPM), die XBRL-Taxonomie und die Validierungsregeln auf Grundlage des finalen Entwurfs der ITS zu entwickeln und neben den ITS zu veröffentlichen.

Die impavidi GmbH ist Ihr kompetenter Beratungspartner auf dem FRTB-Weg von der Konzeption bis zur finalen Umsetzung, von der Anpassung von Prozessen und Policies bis hin zur Überarbeitung der Geschäfts- und Risikostrategie.

 

Quelle: EBA


 

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