12.06.2019: Wir müssen Meldung machen – Das Finanzökosystem Meldewesen wird immer undurchdringlicher

Untersuchung mit Lupe

Komplexer, schneller, harmonischer oder auch allgemein nur „das moderne Meldewesen“. Aufbauend auf den regulatorischen Anforderungen sollte die Gewährleistung vollständiger und widerspruchsfreier Meldungen zentrales Thema für die Banksteuerung der Finanzinstitute sein. Diese unterliegen wie kaum eine andere Branche strengsten Vorschriften und Meldeverpflichtungen. Dabei müssen sie sich regelmäßig auf zahlreiche aufsichtsrechtliche Änderungen sowie Neufassungen ganzer Meldekomplexe einstellen.

Die meisten Änderungen resultieren aus der angestrebten europaweiten Harmonisierung des Meldewesens nach der Capital Requirements Regulation (Verordnung 575/2013, CRR). Daraus ergeben sich sehr spezifische Meldepflichten u.a. im sogenannten Common Solvency Ratio Reporting (CoRep) oder im Financial Reporting (FinRep). Mit in Kraft treten der neuen Kreditdatenstatistik (AnaCredit) wurde ein weiterer großer Schritt in Richtung einheitliches Meldewesen gemacht. Langfristig soll damit sowohl auf Seiten der Aufsicht als auch auf Seiten der Institute die Datenverarbeitung effizienter und kostengünstiger gestaltet sowie die Prüfung und Nachvollziehbarkeit der Daten sichergestellt werden. Bis zur Erreichung dieser Ziele ist es aber noch ein weiter Weg, denn selbst mit einem harmonisierten Meldewesen wird es für die Institute einen ständigen Aufwand bedeuten die geforderte Datenqualität in einem präzisen Prozess abzubilden und durch stetige Überprüfung sicherzustellen.

Weitere nationale Meldepflichten ergeben sich aus diversen Regelungen wie beispielsweise der Groß- und Millionenkreditverordnung (GroMiKV) sowie mit den monatlichen Bilanz- und Auslandsstatistiken oder der vierteljährlichen Kreditnehmerstatistik. Hinzu kommt die generell hohe Meldefrequenz und die von der Aufsicht geforderten kürzeren Umsetzungszeiträume für neue oder geänderte Meldebereiche.

Kumuliert mit den CRR Vorschriften ergibt beides für die Institute einen bald undurchdringlichen Dschungel an stetigen Änderungen und Anpassungen von Richtlinien und Verordnungen kombiniert mit dem Wegfallen oder Ergänzen von Meldungen oder Änderungen an Formularen.

Die Probleme zeigen sich dabei am deutlichsten bei der Kreditdatenstatistik AnaCredit. Im Mai 2016 ordnete die Europäische Zentralbank deren Implementierung an. Etwa zweieinhalb Jahre später, im September 2018, mussten die Institute bereits ihre Daten zu Krediten an nicht natürliche Personen mit Volumen über 25.000,00 EUR zum ersten Mal anzeigen. Die Herausforderung ist hierbei die Feingranularität der Datenübermittlung. Instrumente werden nicht aggregiert, sondern auf der Ebene des einzelnen Kredits und des einzelnen Kreditnehmers erhoben, was einer enorm hohen Datendichte entspricht. Die Meldefrequenz selbst hängt dabei vom jeweiligen Anlass ab. Sie reicht von einer anlassbezogenen Stammdatenmeldung über die standardmäßige monatliche Auskunft bis hin zur vollumfänglichen quartalsweisen Datenanlieferung.

Neben dem täglichen Geschäft ist das Meldewesen ein wichtiger und zeitlich nicht zu unterschätzender Faktor in Finanzinstituten. Um Rechtskonformität sicherzustellen bedarf es dazu passender personeller Ressourcen mit entsprechenden Erfahrungen und Kenntnissen in den vielfältigsten Gebieten. Die Meldungen selbst müssen dabei nicht nur im festgelegten Rahmen eingereicht werden, sondern sie müssen auch den jeweils aktuellen Standards entsprechen. Wichtig dafür ist ein strukturiertes und prozessoptimiertes Meldewesen. Bei den derzeitig steigenden Ansprüchen wird gerade das aber für das ein oder andere Institut immer problematischer. Deswegen ist es hier wohl an der Zeit, sich Gedanken über mögliche Alternativen und langfristige Lösungen zu machen.

Eine Möglichkeit kann es sein, den Geschäftsbereich Meldewesen ganz oder teilweise an einen spezialisierten Dienstleister auszulagern. Gleichwohl der anfängliche Aufwand im Auslagerungsmanagement steigt, zahlt sich die Investition langfristig aus.

Ein Outsourcing des Meldewesens ist jedoch nicht für alle Institute gleich sinnvoll. Entscheidende Faktoren sind Größe des Unternehmens, Geschäftsstrategie, individuelle Komplexität des bestehenden Datenkonstrukts, allgemeine Risiken und geschätzter Umfang des Projekts. Wie bei jeder Auslagerung ist daher neben der Wesentlichkeit zunächst auch der betriebswirtschaftliche Nutzen zu ermitteln.

Durch zahlreiche Projekte hat unser Team ausgezeichnete Kenntnisse im Meldewesen, in der Prozesserstellung für das Meldewesen in Banken sowie in der Auslagerung von Diensten. Aus diesem Grunde hat die impavidi GmbH zusammen mit ihren Partnern der BSM BankingSysteme und Managementberatung GmbH, msgGillardon sowie der EFDIS AG eine Lösung entwickelt: Die Meldewesen-Services. Mit diesem Konzept unterstützen wir Institute zu Themen rund um das Meldewesen, von der Fachlichen Beratung bis hin zur Meldungserstellung. Bei Interesse können Sie sich jederzeit auf unseren Webseiten www.impavidi.com und www.meldewesenservices.de umschauen.

Weiterführende Informationen

Pfeilwww.meldewesenservices.de


 

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