13.09.2017: Neue Zulassungsregeln für FinTechs

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Die Digitalisierung und damit einhergehend der Aufstieg der sogenannten Finanztechnologie-Unternehmen (kurz: FinTechs) haben einen enormen Einfluss auf die Finanzwelt. Laut Chefin der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB), Danièle Nouy, werden immer mehr junge und kleine Unternehmen gegründet, die mit ihren neuen Geschäftsmodellen und IT-Lösungen traditionelle Banken herausfordern. Sie ist der Meinung, dass die Digitalisierung die Wertschöpfungskette im Bankwesen zerlegt: Die neuen Firmen bieten sehr spezifische Dienstleistungen an und decken nicht mehr das gesamte Spektrum des traditionellen Bankgeschäfts ab. Weiterhin sinken die technischen und finanziellen Hürden für den Markteintritt.

Vor diesem Hintergrund rücken FinTechs immer stärker in den Fokus der Aufsicht und Wirtschaft. So untersuchte der Finanzstabilitätsrat (FSB) die Auswirkungen von FinTechs auf die Finanzstabilität und veröffentlichte kürzlich seinen Bericht dazu [siehe Artikel „FSB veröffentlicht Bericht über die Auswirkungen von FinTechs.“ vom 07.08.2017]. Auch Herr Markus Becker-Melching, Mitglied der Geschäftsführung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V., ist im vergangenen Jahr der Frage nachgegangen, ob FinTechs eine Revolution im Bankensektor auslösen. In seinem Keynote-Vortrag bei der 2. Banken Challenge 2020 am 23. und 24.11.2016 erläuterte er, inwieweit FinTechs in der Lage sind, das traditionelle Bankensystem abzulösen [siehe Artikel „FinTechs – Revolution im Bankensektor?“ vom 19.12.2016].

Diese Beispiele verdeutlichen, dass die Rolle der FinTechs in der Finanzwelt weiter an Bedeutung zunimmt. Nun will die europäische Bankenaufsicht auf diese Entwicklung reagieren. Im Rahmen der Bankenkonferenz „Banken im Umbruch“ am 06. September 2017 in Frankfurt am Main gab Frau Nouy bekannt, dass zurzeit ein Leitfaden für Zulassungen erarbeitet wird, der auch den Umgang mit FinTechs regeln soll. In Kürze wird dieser Leitfaden im Rahmen einer öffentlichen Konsultation veröffentlicht.

impavidi steht unseren Kunden bei allen Fragen zum kommenden Konsultationsprozess beratend zur Seite.


 

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