12.09.2017: Targeted Review of Internal Models - TRIM

Review der internen Modelle

Bis 2018 (eine Verlängerung bis 2019 ist nicht ausgeschlossen) will die Europäische Zentralbank (EZB) mit einem Aufgebot von ca. 500 internen und externen Prüfern die bankinternen Modelle zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen gemäß der aktuellen Basler Säule 1 überprüfen. Die Vor-Ort-Prüfungen der internen Modelle (Targeted Review of Internal Models – TRIM) betreffen alle direkt von der EZB beaufsichtigten Kreditinstitute und deren Tochtergesellschaften, die über eine Zulassung zur Nutzung interner Modelle verfügen, mit denen sie die risikogewichteten Aktiva (risk-weighted Assets – RWA) für die Eigenmittelanforderungen berechnen.

Mit den gezielten TRIM-Prüfungen will die EZB aufdecken, ob die von den Banken verwendeten Modelle den regulatorischen Anforderungen entsprechen und ob diese verlässlich und vor allem vergleichbar sind. Da es in der Vergangenheit bei der Nutzung der internen Modelle unter Umständen zu ungerechtfertigten Unterschieden und Unstimmigkeiten bei den Ergebnissen zur Ermittlung der RWA gekommen ist, will die EZB dies in Zukunft abstellen. Außerdem will die EZB sicherstellen, dass alle europäischen Banken die Regulierungsstandards einheitlich anwenden. Schließlich sollen die TRIM-Prüfungen dazu beitragen, die Aufsichtspraxis im EU-Raum zu harmonisieren und damit einhergehend gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Institute zu schaffen.

Was kommt auf die betroffenen Institute zu?

Für die Prüfungen nimmt die EZB einen von ihr erarbeiteten TRIM-Leitfaden (Guide for the Targeted Review of Internal Models) als Grundlage. Inhaltlich umfasst die Prüfung einen Umfang, der einer Sonderprüfung entspricht und bei der Abnahme des internen Modells bereits durchgeführt wurde. Die Intensität nimmt jedoch sowohl vom zeitlichen Umfang als auch von der eingesetzten Anzahl der Prüfer zu: Ein um das 10-fache erhöhter Ressourcenfaktor scheint im Vergleich nicht außergewöhnlich zu sein.

Überprüft werden die 4 folgenden Anforderungsbereiche:

  • übergreifende Grundsätze für alle internen Modelle
  • interne Kreditrisikomodelle (IRBA)
  • interne Marktrisikomodelle (IMA)
  • interne Modelle für das Gegenparteiausfallrisiko (IMM)

Wenn Mängel aufgedeckt werden, sind die betroffenen Institute dazu aufgefordert, Gegenmaßnahmen einzuleiten, um die Feststellungen zu beseitigen. Dies kann zu erheblichen Aufwänden bei der Anpassung von Modellen, Prozessen, Systemen und Dokumentationen führen. Im Fall zahlreicher Feststellungen ist überdies zu erwarten, dass höhere Eigenmittelanforderungen aufgrund konservativerer Risikoparameterschätzungen oder direkter Eigenmittelaufschläge festgesetzt werden.

Die Institute, bei denen die TRIM-Prüfung angekündigt wurde, stehen aktuell vor der Herausforderung, die Prüfung in kurzer Zeit angemessen vorzubereiten. Wir empfehlen, ein TRIM-Office einzurichten, das bereits vor Beginn der Prüfung seine Arbeit aufnimmt, um:

  • mögliche Schwachstellen vorab zu identifizieren,
  • entsprechende Kommunikationsstrategien zu entwickeln,
  • die Dokumentation aufzubereiten sowie benötigte Daten und Dokumente bereitzustellen sowie
  • notwendige Tests vorzubereiten.

Während des Prüfungszeitraums müssen ausreichend Kapazitäten vor Ort sichergestellt werden. Das TRIM-Office übernimmt hierbei eine koordinierende Funktion. Weiterhin sollte für die vorab bekannten Punkte und weiteren Themen, die im Laufe der Prüfung auftauchen, täglich über Risikoschwere und Eintrittswahrscheinlichkeit - und ggf. Maßnahmen - diskutiert werden.

Falls umgehende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden müssen, kann das TRIM-Office in diesem Rahmen die Funktion eines Projektmanagers für
Intensiv-/ Kurzprojekte übernehmen und je nach Ausstattung selbst mit anpacken.

Um einen reibungslosen Prüfungsablauf zu fördern, unterstützen wir Sie bei den Vorbereitungsmaßnahmen und stellen Ihnen bei den TRIM-Vor-Ort-Prüfungen unsere prüfungserfahrenen Berater zur Seite.


 

Zurück