05.01.2017: Neues Arbeitspapier über die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen von Basel III veröffentlicht.

Wegweiser Basel III

Während das Basel-III-Paket kurz vor dem Abschluss steht, verlagern die Aufsichtsbehörden ihren Schwerpunkt auf die Überwachung der Umsetzung und der Auswirkungen des neuen Rechtsrahmens. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ein neues Arbeitspapier (Nr. 591) zum Thema „Die gesamtwirtschaftliche Auswirkung von Basel III und noch offene Reformthemen“. Das Arbeitspapier stellt ein einfaches konzeptionelles Rahmenwerk dar, um die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen auf die grundlegenden Reformen von Basel III zu bewerten. Auch die Leverage Ratio-Zuschläge (Verschuldensquote), die ausschließlich für globale, systemrelevante Banken gelten, werden bei der Betrachtung einbezogen.

Die Ergebnisse aus dem Bericht deuten insgesamt darauf hin, dass die Basel-III-Reformen einen erheblichen wirtschaftlichen Nutzen erbringen können. Bei den endgültigen Kalibrierungsentscheidungen wird sich der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht darauf konzentrieren, die Gesamtkapitalanforderungen nicht signifikant zu erhöhen. Angesichts der konservativen Annahmen, die den Ergebnissen des Berichtes zugrunde liegen, steht den nationalen Behörden ausreichend Raum zur Verfügung, um das aufsichtsrechtliche Kapital weiter zu erhöhen. Dies sollte laut Bericht den politischen Entscheidungsträgern genügend Flexibilität bieten, um nach Bedarf antizyklische Kapitalpuffer oder ähnliche Anforderungen zu aktivieren.

Dabei basiert das Arbeitspapier auf der Annahme, dass Banken ihre Geschäftsmodelle auf eine Optimierung des Kapitaleinsatzes ausrichten werden. Es werden also Aktivitäten mit niedrigerem Risikogewicht bevorzugt verstärkt – ob dabei die Funktion des Sektors als Finanzintermediär gewahrt bleibt, ist abzuwarten. Ebenfalls wird konstatiert, dass die Einhaltung der neuen Standards zu einem verminderten Gesamtrisiko führt, was im Endeffekt in günstigeren Kapitalbeschaffungskosten für die Finanzindustrie mündet. Ob bei den angepassten Geschäftsmodellen jedoch genügend Ertragskraft übrigbleibt, um Investoren begeistern zu können, wurde nicht untersucht.


 

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