19.07.2016: Neue EBA Guideline stärkt Verbraucherschutz bei Bankprodukten.

Gebäude von Kreditinstituten

Ab Januar 2017 gelten die „Leitlinien zur Überwachung und Governance von Bankprodukten im Privatkundengeschäft“ (POG), die 2015 von der Europäischen Bankaufsichtsbehörde (EBA) veröffentlicht wurden. Danach müssen sowohl Produkthersteller als auch -vertreiber bestimmte Anforderungen bei der Gestaltung und Vermarktung von Finanzprodukten hinsichtlich des Verbraucherschutzes erfüllen. Um ab 2017 für denkbare Prüfungen gewappnet zu sein, müssen Kreditinstitute bereits heute interne Regelungen für die Produktüberwachung und -steuerung entsprechend der europäischen Vorgaben festlegen.

Die PoG-Leitlinien sind als Ergänzung und Spezifizierung der 2011 publizierten EBA-Leitlinien zur internen Governance (GL44) zu verstehen. Die GL44 wurden durch die 4. MaRisk-Novelle in das deutsche Recht überführt. Die PoG-Leitlinien erweitern die GL44 um den Aspekt des Verbraucherschutzes.

In ihrer Argumentation zu den finalen Leitlinien bemängelt die EBA den derzeit nicht ausreichenden Einbezug des Verbrauchers in die Produktentwicklung der Institute. Die Interessen, Ziele und Eigenschaften der Verbraucher sollen an erster Stelle stehen.

Somit ist das Hauptziel der EBA, die Art und Weise der Produktentwicklung zu ändern. Sowohl die Produkthersteller als auch die Produktvertreiber sollen interne Regelungen und Maßnahmen zur wirksamen Produktüberwachung und -steuerung im Hinblick auf den Verbraucherschutz umsetzen.

Von der EBA-Guideline betroffen sind alle Bankgeschäfte und -dienstleistungen mit Verbrauchern, die nicht unter die Regelungen der MiFiD fallen. Insbesondere sind dies alle Formen des Einlagengeschäftes, Kredite und Darlehen (auch Wohnimmobiliendarlehen), Zahlungskonten und -dienstleistungen, -instrumente sowie alle anderen Zahlungsmittel – unabhängig davon, ob durch die Bank in eigenem Namen vertrieben oder nur vermittelt.

Die Umsetzung der PoG–Leitlinien muss laut EBA-Umsetzungsfrist bis zum 03. Januar 2017 erfolgt sein. Nach derzeitigem Kenntnisstand strebt die BaFin keine Fristverlängerung an. Damit Sie als Institut für entsprechende Prüfungen gewappnet sind, gilt es deshalb die Weichen bereits dieses Jahr zu stellen.

Das impavidi Team unterstützt Sie gerne bei der Umsetzung der Leitlinien. Durch ein zielgerichtetes Vorgehen werden Ihre Produkte und Prozesse aufgenommen, analysiert und kategorisiert. Die anschließende Gegenüberstellung der Produkte und Prozesse zum Zielbild zeigt den benötigten Anpassungsbedarf in Ihrem Institut, welcher im letzten Schritt gemeinsam umgesetzt wird.

Weitere Informationen über die neuen POG-Leitlinien zur Stärkung des Verbraucherschutzes bei Finanzprodukten

pdf-SymbolFlyer "Neuer Verbraucherschutz bei Finanzprodukten"


 

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