06.10.2016: BaFin verbessert ihre Kommunikation zu FinTechs.

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In Großbritannien lockerte die Finanzaufsicht die Regeln für FinTechs, dagegen wird es in Deutschland keine Aufweichungen der aufsichtsrechtlichen Anforderungen für innovative Finanzunternehmen geben. Die FinTechs erhalten von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) keine Sonderstellung. Die aufsichtsrechtlichen Vorgaben gelten für FinTechs genauso wie für alle anderen Marktteilnehmer. Dabei bleibt die BaFin ihrem Prinzip treu „gleiches Geschäft, gleiches Risiko, gleiche Regel“. Das bedeutet, wenn ein Geschäftsmodell eine Erlaubnis der BaFin benötigt, gelten die gleichen aufsichtsrechtlichen Vorgaben wie bei etablierten Instituten.

Gleichwohl gilt hier der allgemeine Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (Proportionalität): Große international agierende Banken werden anders beaufsichtigt als kleine regionale Institute. Einen Bonus für innovative Unternehmen sieht aber auch das Proportionalitätsprinzip nicht vor.

Weiterhin besteht die BaFin darauf, dass bei der Aufsicht die Gründlichkeit vor Schnelligkeit Vorrang hat. Denn insbesondere bei neuen Anwendungen, Prozessen und Produkten müssen laut BaFin die Entscheidungen gut vorbereitet und abgewogen werden.

Viele FinTechs empfinden diese Regeln als Bremsklotz. Sie sind der Meinung, dass die Regularien wettbewerbsbehindernd und teilweise veraltet sind sowie keinen wirklichen Nutzen für den Kunden haben. Die FinTechs fordern demnach, dass Einstiegsbarrieren für Innovationen gesenkt werden sollten, um den Wettbewerb zu fördern.

Die BaFin vertritt hingegen einen anderen Standpunkt. Sie geht davon aus, dass ein sorgfältig regulierter Markt auch Vorteile für innovative Unternehmen bietet. Denn ein regulierter Markt bildet die Basis für Vertrauen beim Kunden und beim Unternehmen. Und in diesem vertrauensvollen Umfeld können Innovationen nachhaltig wachsen.

Aufgrund potenzieller Interessenskonflikte hat die BaFin keinen Auftrag zur Wirtschaftsförderung und hält stattdessen an ihren aufsichtsrechtlichen Prinzipien fest. Sie will aber ihre Kommunikation zu den FinTechs verbessern. Dementsprechend hat sie auf ihrer Internetseite ein Kontaktformular eingerichtet, um den Unternehmen einen schnelleren Kontakt zu den zuständigen Ansprechpartnern zu ermöglichen. Weiterhin stellt die BaFin auf ihrer Internetseite speziell für FinTechs zugeschnittene Informationen und Dokumente zur Verfügung, um den Unternehmen den Einstieg in aufsichtsrechtliche Fragen zu erleichtern. Auch den direkten Austausch mit den innovativen Unternehmen will die BaFin mit ihren Veranstaltungsformaten wie der Konferenz BaFin-Tech 2016 fördern. Schließlich arbeitet innerhalb der BaFin ein Experten-Netzwerk aus unterschiedlichen Aufgabenbereichen, welches innovative Geschäftsmodelle hinsichtlich aufsichtsrechtlicher Vorgaben zügiger und umfassender beurteilen kann.

Reicht diese Art der Serviceorientierung für FinTechs aus? Ist es das, was sie brauchen? Oder benötigen Sie mehr Unterstützung und einen ständigen Ansprechpartner, mit dem man schnell Fragen besprechen kann?

Das impavidi Team schließt diese Kommunikationslücke und hilft Ihrem Unternehmen bei der Vorbereitung zur aufsichtsrechtlichen Prüfung und der Umsetzung aller Anforderungen zur Genehmigung durch die BaFin.


 

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